On The Road
Das Buch beschreibt den Werdegang Rick Zabels vom Kind zum Radprofi. Die Tiefen seiner Karriere werden ebenso beleuchtet wie natürlich die Höhen, von denen es nicht wenige gab. Man merkt, der Mann trägt sein Herz auf der Zunge, er ist beileibe nicht fehlerfrei, steht zu seinen Fehlern und Entscheidungen. Rick Zabel nimmt hier kein Blatt vor den Mund, dennoch ist das Buch aus meiner Sicht zu oberflächlich geraten. Das positive Gefühl, was Radfahren für ihn bedeutet, steht und stand immer im Vordergrund. Seine Leidenschaft für das Radfahren (und zeitweise auch den Radsport) hat er sich bewahrt bzw. stand immer im Vordergrund, auch wenn dieses Bewusstsein im Laufe seiner Karriere hin und wieder in den Hintergrund geriet. Leistungssport eröffnet einem neue Welten, versperrt aber mitunter auch den Blick aufs Wesentliche. Zwar beleuchtet Herr Zabel auch die dunkleren Ecken (keine oder wenige sich einstellenden Erfolge, Doping etc.), aber eher im Schweinsgalopp. Es galt ja, seinen Werdegang in rd. 220 Seiten festzuhalten.
Insgesamt nett zu lesen, aber mit 24 EUR für die Hardcover-Ausgabe viel zu teuer. Inhaltlich fand ich es zu oberflächlich. Ich hätte mir gewünscht, dass er an der einen oder anderen Stelle Details einfließen lässt, die einem Radl-Amateur oder auch vollkommen Unbeleckten verdeutlichen, welche Strapazen man als Radprofi, der ganz vorne mitmischen möchte, über sich ergehen lassen muss. Zwar wird am Ende jedes Kapitels ein wenig Insiderwissen eingestreut, wie eine Art Glossar, aber auch darin wird nur an der Oberfläche gekratzt (z.B. was ist ein Monument, Lutscher, Wiegetritt, Besenwagen...). Der Radsport hat ja noch einiges mehr zu bieten, als die begrenzte Anzahl an Kapiteln hergibt.
Für Freunde leichter Lektüre durchaus empfehlenswert, sprachlich werden keine großen Herausforderungen gestellt. Hofft man dagegen auf tiefere Einblicke in den Profisport des Rennradfahrens, wird man eher enttäuscht sein. Aber als eine Art "Liebeserklärung ans Rennrad" funktioniert es gut, die Lust, mal wieder selbst in die Pedale zu treten, weckt dieses Buch allemal.
14. Januar 2026
Alfred Bösch
3.5 / 5